Website als Indikator – wie Hochschulen die Digitalisierung meistern

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By Siteimprove
Aug 19 2016 — Content-Management, Web Analytics, Bildung

Wenn wir von Digitalisierung reden, meinen wir in erster Linie die Umwandlung von analogen Prozessen in digitale; Die Verlagerung von Abläufen oder die Verfügbarkeit von Informationen sind nur zwei Beispiele im Kontext.

Es handelt sich hier um einen gravierenden gesellschaftlichen und kulturellen Wandel, der die Hochschulen als Zentrum von Bildung und Fortschritt im besonderem Maße tangiert; Für Universitäten ist es eine große Herausforderung die Digitalisierung auf allen Ebenen effektiv voranzutreiben: Die Heterogenität der Meinungen und Blickwinkel innerhalb der Hochschule erschwert die Gestaltung und erfolgreiche Umsetzung einer gemeinsamen Strategie.

Digitalisierung ist für die Universität viel mehr als die reine Transformation von Inhalten: der Aufbau der Organisation, bestehende Verwaltungsprozesse, Studienstrukturen, Online/E-Learning, Fernstudiengänge, Klausuren, Policy sind allesamt Bereiche, die im Kontext der digitalen Hochschule angepasst und oder komplett geändert werden müssten. Die Realität sieht aktuell allzu oft anders aus, wie auch Prof. Dr. Michael Jäcke, Präsident der Universität Trier und Themenpate der Arbeitsgruppe „Governance und Policy“ des Hochschulforums Digitalisierung zusammenfasst: „

Wer heute von Digitalisierung spricht, meint daher also noch etwas viel Weitreichenderes: dass nämlich die Umwandlung obsolet wird, weil das gesamte „Prozessmanagement“ ausschließlich digital erfolgt. Bildlich gesprochen geht es darum, wie weit sich die Waage analog/digital in Richtung der digitalen Seite verlagert. Visionen der digitalen Zukunft sorgen dabei in der Regel zunächst für Irritation. Die Vorstellung einer digitalen Hochschule ist oft weit entfernt vom hochschulischen Ist-Zustand“ (Jäckel, M. (2015). Themengruppe „Governance & Policies“. Berlin: Hochschulforum Digitalisierung, August 2015)

Die Auswahl an Betrachtungsweisen und analytischen Ansätzen ist enorm, denn Digitalisierung ist nicht losgelöst von den bestehenden, grundlegenden Herausforderungen im Hochschulsystem zu betrachten. Es zeigt sich jedoch, dass die einzelnen Facetten der Digitalisierung sich nicht auf die Lehre beschränken, sondern die Hochschule in ihrer Gesamtheit beeinflussen. Zusätzlich zur technischen und didaktischen Gestaltung digitaler Lehr- und Lernangebote bedarf es daher einer strategischen Auseinandersetzung der Hochschulen mit der Digitalisierung und der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen in der Hochschulpolitik: Wie schaffen es deutsche Hochschulen vor dem Hintergrund der Globalisierung und unter zunehmenden Wettbewerbs- sowie Innovationsdrucks (bei gleichbleibender bis sinkender Grundfinanzierung), Qualität zu sichern und diese digital umzusetzen?

Eine Antwort auf diese Herausforderung liefert zum Beispiel ein Blick auf die Websites von Universitäten als Schlüssel-Indikator der Digitalisierung von Forschung und Lehre

. Governance (hier als die Beteiligung von möglichst allen organisatorischen Ebenen, Einheiten und Abteilungen an Gesamtlösungen und Management-Prozesslösungen/-optimierungen verstanden) ist auch in Hochschulen bei „Web“ und „Digitalisierung“ angekommen und gewinnt an Bedeutung. Nach aktuellen Statistiken finden 60 % aller Erstkontakte zu Universitäten in Europa bereits über die jeweilige Website statt. Social Media-Kanäle folgen mit etwa 20 % auf Platz 2 und verdrängen Zeitschriften/Fachpresse und Messe-Auftritte auf hintere Plätze. Global liegen die digitalen Erst-Zugriffe sogar ein wenig höher, die Tendenz in beiden Fällen ist steigend. Siteimprove hat drei wichtige Faktoren zusammengestellt, die belegen, wie wichtig eine digital-optimierte Website für Hochschulen ist.

 

 3 wichtige Faktoren für eine Website von Hochschulen

1) Die Voraussetzung: TECHNOLOGIE einer Website

learn-868815_1920 „Eine Dampflok ins Rollen zu bringen bedarf Zeit. Sie zu stoppen nicht ungemein weniger“, so beschreibt es ein anonymer Spruch zur wirtschaftlichen Aktions- und Reaktionsfähigkeit aus dem New York des 20. Jahrhunderts. Die Größe und Macht eines Konzerns, kann so in einer sich wandelnden ökonomischen Umwelt schnell die Achillesverse werden.

Für die Digitalisierung in Hochschulen gilt dies genauso: Technologische Fortschritte geschehen so rasant, dass eine große Universität nur schwer Schritt halten kann. Die „Cultural-Lag“-These des amerikanischen Kulturanthropologen Ogburn beschreibt eine Problematik für Hochschulen, die durch die Pfadabhängigkeit von technologischen Basis-Entscheidungen ergänzt wird: wurde sich einmal für den Website-Anbieter, das SEO-Tool oder den Content Management-Ansatz entschieden, so ist es nicht einfach diesen Pfad wieder, geschweige denn ohne Konsequenzen, zu verlassen. Diese Pfadabhängigkeit hat zwei Seiten: Zum einen, dass die Organisation zur Lösung von digitalen Herausforderungen auf die Nutzung einer bestimmten Technologie angewiesen ist, zum anderen, dass sie durch die gegebenen Entscheidungsprozesse schnell von einem bestimmten Anbieter abhängig wird.

Dies führt zu einer grundlegenden Empfehlung für Hochschulen, die verstärkt digital auftreten möchten:

Es ist notwendig eine zukunftsfähige, möglichst einfache IT-Lösung zu finden, die sich in den Rahmen der Governance-Strategie einer Hochschule einfügt und eine qualitative Verbesserung der Website nach sich zieht. Diese Entscheidung sollte, nicht zuletzt wegen der beschriebenen Pfadabhängigkeit, wohl durchdacht sein und gilt für alle technischen Lösungen vom Server-Anbieter bis hin zum Analyse-Tool.

Beim Content-Management-Anbieter empfiehlt sich die Wahl eines, einfach strukturierten und verständlichen, Baukastenprinzips. So können Webmaster und Online-Redakteure, auch ohne tiefergehende Programmierungs-Kenntnisse, Projekte und Inhalte schnell umsetzen. Gleiches gilt für generelle Web-Management-Lösungen: Wählen Sie einfache Plattformlösungen, die effektive Lösungen für die realen Sorgen und Nöte des alltäglichen Arbeitens an der Website bieten.

 

 

2) Hauptfokus der Suche von Studierenden: LERNEN und MATERIAL auf Hochschul-Websites

library-1400313_1920Die deutsche Hochschullandschaft ist geprägt von großer Vielfalt und Heterogenität. Einen einheitlichen Weg zur Digitalisierung der Hochschullehre kann es aus diesem Grund kaum geben.

Darüber hinaus fordert die Digitalisierung eine noch deutlichere Profilbildung der Hochschulen als bisher. Digitale Lehr- und Lernangebote, Curricula und Studienstrukturen müssen sehr genau auf die jeweiligen Hochschulen, Zielgruppen und Kooperationspartner zugeschnitten sein. Schon heute ist die Website der Ort, an dem Studierende nach Material für Vorlesungen, Informationen rund um das Studium oder Lern- und Fortbildungsangeboten suchen.

Beispielhaft ist hier das Zusammenspiel von digitalen Lehr- und Lernangeboten und der Präsenzlehre, das sich je nach Studierendengruppe unterscheiden kann. Während für „traditionelle“ Studierende womöglich eine durch digitale Lehr- und Lernangebote angereicherte Präsenzlehre der richtige Weg ist, ermöglichen überwiegend digitale Bildungsangebote „nicht-traditionellen“ Studierenden neue Möglichkeiten der Verbindung von Studium und Alltag: Berufstätige, Studierende mit familiärer Verantwortung oder Menschen mit Behinderungen haben durch digitale Lehr- und Lernszenarien die Möglichkeit, ein sowohl räumlich, als auch zeitlich flexibleres Studium zu absolvieren. Darüber hinaus können mit Hilfe digitaler Medien auch neue Lehr- und Lernangebote für die stetig wachsende Nachfrage nach wissenschaftlicher Weiterbildung im Kontext des lebenslangen Lernens geschaffen werden. Dabei gilt es zu beachten, dass der Studienerfolg insbesondere von nicht traditionellen Studierendengruppen in virtuellen Lehr- und Lernzusammenhängen stark mit der Verfügbarkeit von begleitenden Betreuungsangeboten einhergeht.

Die Hochschule ist und bleibt dabei der Ort der akademischen Lehre. Auch die Hochschulbibliothek behält ihre Funktion als Zentrum der Bereitstellung akademischen Wissens. Doch durch die Omnipräsenz von Informationen und Wissen im Digitalen entstehen heute neue Formen des akademischen Lehrens, Lernens und der Wissensproduktion außerhalb der Hochschulen. Insbesondere auf Lernplattformen erworbene Kenntnisse und Kompetenzen erhalten zunehmend Anerkennung. Die Nachfrage vor allem im Rahmen der beruflichen Qualifizierung oder aus dem Ausland steigt hier konstant. So wird die Website sogar mögliche Einnahmequelle: E-Learning, Abrufbarkeit von Aufbaukurs- und Weiterbildungsmaterialien, Podcast-Seminare oder „payed VLOG Vorlesungen“ sind nur einige Beispiele, wie man mit Einzelzahlungen oder Abomodellen, Websites finanzieren kann.

Eine „Hochschule der Zukunft“ ist in der Lage, all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Sie transferiert analoge Inhalte in die digitale Welt und schafft durch zusätzlichen eigenen Content Mehrwerte, beispielsweise auf eigenen Blogs oder in Social-Media-Kanälen.

3) Eine optimierte Website und ein Social-Media Kanal sind optimales Hochschul-Marketing

university-105709_1280Digitale Medien intensivieren den nationalen und globalen Wettbewerb im Hochschulbereich. Digitale Lehr- und Lernangebote wie beispielsweise Massive Open Online Courses (MOOCs) oder online verfügbare Open Educational Resources (OER) machen nicht nur weltweit auf Hochschulen aufmerksam, sie bieten Studieninteressierten auch die Möglichkeit, sich vorab mit dem Angebot einer Hochschule vertraut zu machen und erste Kontakte zu Lehrenden zu knüpfen. Website und Co. sind daher schon heute anerkannte Marketingmaßnahmen für eine Hochschule. Gemeinsam mit den genutzten Social-Media-Kanälen sind sie bereits heute die meistgenutzten Informationsquellen für (ausländische) Studieninteressierte.

Aktuell fehlt es vielen deutschen Hochschulen noch an einer zielgruppengerechten internationalen Website zur Darstellung des Lehrangebots und der Forschungsaktivitäten, mit Fokus auf ein mehrsprachiges Informationsangebot. Der Digitalisierungsprozess sollte daher im Rahmen einer Marketing- und Kommunikationsstrategie gewünschte Zielgruppen ausfindig machen, das aktuelle Besucherverhalten dieser auf der Website im Kontext auswerten und sich um individuelle Angebote bemühen.

Fazit:

Die Digitalisierung der Lehre nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Die Hochschulen haben dies verinnerlicht und suchen aktiv nach Lösungsansätzen für die Organisation der digitalen Lehre, die effektive Nutzung der Website als Informationsquelle und für die bespielten Social-Media-Kanäle.

Komplexe Organisationsstrukturen, verschiedene IT-Domains und/oder sogar Websites, unterschiedliche Sprachen, digitalisierte Inhalte, Dokumente/PDF-Dateien, Institute mit individuellen Schwerpunkten und Sichtweisen: All dies und noch viel mehr sind spezielle Herausforderungen für die Digitalisierung von Hochschulen. Wir empfehlen daher einen stufenweisen Wandel hin zur digitalen Lehre. Als Erstes gilt es zu klären, welche Rahmenbedingungen im spezifische Fall gegeben sind: Wie ist die Hochschule zum Beispiel im Bereich Autoren, Online-Redakteure, wissenschaftliche Mitarbeiter aufgestellt? Welches Vor- und Fachwissen herrscht? Wie kann man (IT-)Studierende mit einbeziehen?

Nach Klärung dieser Fragen gilt es, wie schon erwähnt, zu entscheiden, in welcher Tiefe man eine Website optimieren, wie vielfältig man Inhalte transferieren oder erstellen möchte. Um den Überblick während der Transformation zu garantieren, sollte man eine Website-Governance-Lösung wählen, die der „Trägheit“ der Institution Hochschule Rechnung trägt, einfach zu bedienen und zu erlernen ist, und so hilft, die eigene Website sowohl quantitativ als auch qualitativ optimal für die Weiterentwicklungen im Bereich Digitalisierung auszurichten. Dies führt auch zu mehr hochwertigen Studienbewerbern, weniger Anrufen und Rückfragen bei Verwaltungs-Hotlines. Eine Lösung, wie die von

Siteimprove hilft zudem dabei Besucher der Website besser kennenzulernen, um so Schwerpunkte und Ressourcen besser nutzen zu können, die Usability der Website zu verbessern, sie für mobile Anwendungen zu optimieren und Rechtschreibfehler auf den Seiten zu verbessern.

All dies richtig angewendet bringt final eine bessere Positionierung im Wettbewerb mit anderen Hochschulen.

 

   

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