Googles Mobile-Update: Die Folgen für Lesbarkeit und Barrierefreiheit

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By Siteimprove
Nov 04 2016 — Neuheiten, Lesbarkeit, Barrierefreiheit

Es war die SEO-Neuigkeit der letzten Monate: Googles Ankündigung künftig nur noch auf einen Index für Suchanfragen zu setzen. In Zukunft fällt nicht nur der stationäre „Desktop-Index“ weg, sondern wird zugleich von „Mobile“ als neuem Hauptindex abgelöst. Schon in der vergangenen Woche berichteten wir darüber, wie SEO- und Online-Redakteure nun reagieren sollten. Responsive Design wird zwingend erforderlich, Teaser, Snippets und Texte sollten überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Doch auch in Punkto Lesbarkeit und Barrierefreiheit hat die Änderung Konsequenzen. Wir fassen zusammen, worauf es dabei ankommt...

1) Lesbarkeit:

Lesbarkeit oder Readability meint eine, für digitale Inhalte, optimierte Satz- und Wortlänge. Auf Basis von Forschungsergebnissen zu Leseverhalten und -kompetenzen wurden in den letzten Jahren Tests entwickelt, um Content im Web zu verbessern. Leser haben mobile eine noch geringere Aufmerksamkeitsspanne und Konzentration. 60 % aller Zugriffe auf mobile Apps sowie Websites liegen zwischen 7-9 Uhr sowie zwischen 16-20 Uhr, also in typischen Berufsverkehrszeiten. Da liegt es auf der Hand, dass Inhalte kompakt sein müssen, um aus den hohen Trafficwerten auch Umsatz zu generieren. Eine gute Lesbarkeit erhöht Verweildauern, reduziert Absprungraten und sorgt allgemein für eine ungleich höhere Verständlichkeit von Texten. Abgesehen davon ist unser Leseverhalten online ein anderes als im Printbereich. Statt mehr als 80 % werden nur ca. 20 % der Inhalte wahrgenommen, oder besser ausgedrückt „gescannt“. War dies für den Desktopbereich durch geschickten Einsatz von Buzzwording und Wiederholungen noch zu verschmerzen, ist es das in der mobilen-Wirklichkeit keineswegs: Lesbarkeit wird nun erstmalig einen nennenswerten SEO-Impact erhalten! Bei getrennten Indizes und der Desktop-Fokussierung lag dieser bis dato prozentual in einem niedrigen Bereich. Unique Content, die angepasste Textlänge, Haken bei Keyworddichte und Einsatz von Bildern sowie Headlines, darauf und nur darauf kam es an. Durch die Indexänderung gerät dies nun ins Wanken.

2) Barrierefreiheit:

Mit dem Ende Oktober vom EU-Parlament bestätigten Gesetz zur Barrierefreiheit öffentlicher Websites ist das Thema „barrierefreies Web“ ein Stück weiter in den Fokus von Websitemachern gerückt. Durch die neue Regelung müssen Websites des öffentlichen Sektors binnen 21 Monaten barrierefrei umgesetzt werden. Von Signalwirkungen und Effekten auf Websites im privaten Bereich gehen Experten fest aus. Zunächst wird dies international-agierende Firmen betreffen, die ohnehin in den meisten Fällen (eigentlich) schon barrierefrei seien müssen. In einem weiteren Schritt, so aktuelle Erwartungen, werden Dienstleister im B2C Geschäft, von E-Commerce bis hin zu Tourismus und Digitalwirtschaft, nachziehen. Dies hat auch mit dem Ausschluss von 20% der Bevölkerung zu tun, die auf barrierefreie Inhalte angewiesen sind.

Der veränderte Suchindex von Google zieht künftig Website-Umsetzung im Responsive-Design und einen Fokus auf Lesbarkeit nach sich. Optimal lesbare Seiten entsprechen den Barrierefreiheitsrichtlinien nach dem

WCAG 2.0 Standard. Barrierefreiheit wird somit schneller als von vielen angenommen relevant und bei Nicht-Umsetzung besteht gleich ein dreifaches Risiko: Zum Ausschluss von großen Teilen der Bevölkerung und den damit verbundenen ROI-Einbußen und einem potentiell enormen Imageschaden kommt nun die SEO-Abstufung hinzu. Eins ist sicher: Barrierefreiheit rutscht auf der Marketing- und Website-Agenda deutlich nach oben und wird künftig stärker als bisher fokussiert werden.

Fazit:

Google verändert seine Indizes und geht mit der Zeit. Die jüngsten Veränderungen sind die logische Konsequenz des Mobile-Trends und ziehen unausweichliche Änderungen für Websites nach sich. Bis dato waren Lesbarkeit und Barrierefreiheit für viele Online-Redakteure nur lästiges Beiwerk und hatte geringen Einfluss auf die Performance der Seiten (wenn alle anderen SEO-Kriterien beachtet wurden). Nun aber sind Lesbarkeit und Barrierefreiheit suchmaschinenrelevant! Zwar sind die beiden Bereiche schon lange Teil von SEO-Mobile Bewertungen, gewinnen aber in Zukunft massiv an Bedeutung und können nicht mehr vernachlässigt werden. Eine fehlende Beachtung führt künftig tendenziell zu einer Abwertung der Seiten und somit auch zu sinkenden Zugriffs- und Umsatzzahlen. Ein Risiko, das man besser nicht eingehen sollte. Wir von Siteimprove bieten vielfältige Lösungen zur Optimierung von Analytics, Lesbarkeit und Barrierefreiheit und helfen Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Online-Auftritte.

 

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