Analytics nutzerfreundlich gestalten! Expertengespräch mit Ivan Bager - TEIL 1

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By Siteimprove
Nov 08 2016 — Web Analytics, Key Metrics

Ivan Bager ist Leiter des Bereichs Innovation bei Siteimprove und arbeitet seit über 17 Jahren für internationale Konzerne, bereichsübergreifende Teams sowie Think-Tanks im Bereich Analytics. Bager ist ein internationaler Experte und Impulsgeber auf dem Gebiet Digital Analytics. 

Siteimprove Experte Ivan Bager

Ivan Bager - Leiter Innovation, Siteimprove

 

Bager gibt bei Siteimprove den Kurs für das Analytics-Tool vor und entscheidet, welche neuen Funktionen in die Entwicklung gehen. Dabei stehen die Bedürfnisse der Kunden und neue Trends in der digitalen Welt für Bager stets im Mittelpunkt. Beides fließt bei Siteimprove in die Entwicklung immer neuer Funktionen und Merkmale ein, die das Marketing, die Kommunikation und/oder die Digital-Teams bei der effizienten Nutzung unternehmensweiter Daten unterstützen.“Einer der Kernpunkte ist die Entwicklung eines anwenderfreundlichen Analytics-Tools, das jedem Einzelnen datengestützte Entscheidungen ermöglicht, ohne dass er ein Analytics-Experte sein muss." (Ivan Bager)

Im großen zweiteiligen Analytics-Interview verrät der Experte worauf es ankommt: 

Was spricht für den Einsatz eines benutzerfreundlichen Analytics-Tools, wenn es doch Web-Analysten im Unternehmen gibt?Ivan Bager: Die meisten Analytics-Tools werden für Web-Analysten entwickelt. Aber auch Web-Redakteure wollen in der Lage sein, fundierte Entscheidungen auf der Basis von Daten zu treffen. An dieser Stelle kommt die allgemeine Nutzbarkeit solcher Tools ins Spiel. Statt auf Vermutungen müssen Entscheidungen auf belastbaren Zahlen basieren. Jedes Unternehmen, das eine analytische Denkweise und datengestützte Entscheidungen fördern will, statt sich von Gefühlen, Meinungen oder vagen Vorstellungen leiten zu lassen, benötigt ein allgemein zugängliches Analytics-Tool.

Web-Analysten legen Wert auf hohe Benutzerfreundlichkeit, da sie ihnen den Arbeitsalltag erheblich erleichtert. Dadurch sinkt die Anzahl der Supportanfragen, die sonst für routinemäßige Reports und Datenrecherchen auflaufen, und die Web-Analysten können sich endlich auf komplexere Analysen und das wesentliche Reporting konzentrieren.

 

Welche Zahlen lassen sich mit einem Analytics-Tool vor allem auswerten?Ivan Bager: Diese Frage ist schwer zu beantworten, da es immer auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens ankommt.

  • Warum benötigen wir eine Website?
  • Welches Ziel verfolgen wir mit unserer Website?
  • Welche Zielgruppe(n) wollen wir erreichen?

Es gibt also keine generelle Kennzahl, die für jeden maßgeblich ist. Vielmehr muss jeder selbst entscheiden, was für das Unternehmen und für die Website wichtig ist.

Das Marketingteam des Softwareanbieters

Siteimprove würde sich beispielsweise für Antworten auf folgende Fragen interessieren:

  • Wie viele Besucher haben sich für eine Demo registriert?
  • Wie viele Besucher lesen unseren Blog?
  • Wie viele Besucher laden unsere Whitepapers herunter oder nutzen das Kontaktformular?

Nachdem die wichtigsten geschäftlichen Fragen nun formuliert sind, ist es Zeit für einen weitergehenden Schritt, die Analyse des Nutzerverhaltens: Dabei wird geklärt, woher die Websitebesucher kommen, wie sie auf der Website navigieren, wer sich für eine Demo registriert hat und auf welchem Weg der Besucher zum Registrierungsformular gelangt ist. Die Analyse des Nutzerverhaltens konzentriert sich auf die Aktivitäten, die der Besucher auf einer Website ausführt. Eine wichtige Analysefunktion ist die "Behavior Map". Sie liefert Informationen zu Klickraten und den Navigationspfaden der Websitebesucher und zeigt, ob die Besucher sich in der vom Unternehmen gewünschten Weise auf der Website bewegen.

 

Zuerst werden also die Ziele für die Website festgelegt?Ivan Bager: Nun, zunächst geht es um die Zielsetzung des Unternehmens. Jedes Unternehmen verfolgt ein übergeordnetes Ziel, das mithilfe einer Website erreicht werden soll. In erster Linie geht es also um allgemeine geschäftliche Ziele, die von der Website unterstützt werden. Diese Ziele werden dann automatisch zu den Zielen der Website.

 

Warum muss eine Website überhaupt analysiert werden und welchen Nutzen hat Web-Analytics dabei?Ivan Bager: Zunächst einmal geht es darum, ein Meinungsbild zu erfassen und davon faktenbasierte Maßnahmen abzuleiten. Das Unternehmen verschafft sich so genaue Einblicke. In der Fachwelt sprechen wir von datengestützten Entscheidungsprozessen. Die Entscheidungen basieren also auf konkreten Fakten statt auf ungesicherten Meinungen.

Web-Analytics liefert auch Einblicke dazu, wie sich die Besucher auf einer Website bewegen. Gewöhnlich landen die Besucher auf der Startseite, aber was passiert dann? Der Sinn einer Startseite könnte sein, die Besucher zur Produktseite zu lotsen. Aber in Wirklichkeit sind die Jobseite oder die Kundenreferenzen vielleicht interessanter. Web-Analytics macht verständlich, welche Schritte die Besucher auf einer Website unternehmen und was ihr Interesse weckt oder was schlicht übersehen wird. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Strategie noch einmal überdenken.

 

Am meisten profitieren Unternehmen jedoch von den folgenden Kennzahlen:

  • Werden die Unternehmensziele erreicht?
  • Ist die Website-Performance zufriedenstellend und wie erwartet?
  • Wird das ROI-Ziel erreicht, und fließen Investitionen in die Website-Entwicklung in das Unternehmen zurück?
  • Lohnt sich die Website überhaupt?

Web-Analytics liefert Antworten auf all diese Fragen und trägt zum Unternehmenserfolg bei. Das Tool analysiert, ob die Optimierung der Website, die veröffentlichten Inhalte und all die Grafiken und Bilder tatsächlich ihre Wirkung entfalten. Das macht Web-Analytics zu einem ausgesprochen leistungsfähigen Instrument.

 

 

Ab Donnerstag: TEIL 2 des Interviews mit typischen Fehlern, der Schaffung einer digitalen Strategie sowie dem Sinn eines Web-Governance Tools zur Analytics-Umsetzung!

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