Im zunehmend wettbewerbsorientierten Hochschulumfeld legen viele Hochschulen einen Schwerpunkt auf digitale Interaktion, um die Anzahl von Bewerbern und die allgemeine Kommunikation mit Studierenden zu steigern. Angesichts der großen Anzahl von verfügbaren Websites und Portalen von Hochschulen kann es jedoch schwierig sein, zu prüfen, ob Ihre Bemühungen um mehr Interaktion und Traffic auf der Website den gewünschten Erfolg zeigen. Und selbst wenn die Interaktion von Studierenden zunimmt, ist es schwer zu bestimmen, inwieweit sie Ihre Organisation ihren Zielen näherbringt.

Um die Möglichkeiten im Rahmen der Interaktion mit Studierenden wirklich zu erfassen, sind Aufmerksamkeit, strategisches Denken, Planung und Agilität erforderlich. Ein guter erster Schritt in diesem Sinne ist es, sich Klarheit darüber zu verschaffen, was die Interaktion mit Studierenden ausmacht – und sie zuverlässig zu messen.

Die digitale Transformation im Hochschulbereich

Die jetzige Generation von technisch versierten Studierenden erwartet bei allen Online-Interaktionen eine durchdachte, ausgeklügelte Nutzererfahrung – und die Website einer Hochschule ist keine Ausnahme. Um diesen Erwartungen zu entsprechen, befinden sich Universitäten auf der ganzen Welt mitten in einer digitalen Transformation. Diese Transformation lässt sich in zwei Bereiche unterteilen:

  1.  Eine umfassende Studierenden-Datenbank. Bei digitalen Interaktionen von Studierenden, etwa bei Website-Klicks oder -Besuchen, werden Daten erhoben und danach verwendet, um herauszufinden, wie und wann Kommunikation stattfinden sollte, um das digitale Nutzererlebnis von Studierenden zu verbessern.
  2. Interaktion mit Studierenden. Die Daten in Ihrer Studierenden-Datenbank ermöglichen Ihnen eine relevante Kommunikation zur richtigen Zeit am richtigen Ort (und auf der richtigen Plattform).

Was ist digitale Interaktion mit Studierenden?

Die digitale Interaktion mit Studierenden kann viele Formen annehmen. Sie umfasst sämtliche Kontaktpunkte, die Sie mit Ihren Studierenden auf einer digitalen Plattform nutzen. Dabei kann es sich im Grunde genommen um Online-Interaktionen aller Art handeln, vom Klicken auf Links in E-Mails bis hin zu Bewerbungen für ein Studienprogramm. Sie kann auch Kundenservice-artige Leistungen wie das Beantworten von Fragen oder auch Recherchen und Initiativen zur Förderung der Wahrnehmung Ihrer Einrichtung umfassen.

Da die digitale Interaktion mit Studierenden derart vielseitig ist, kann ihre Analyse und Nachverfolgung zu Beginn als enorme Herausforderung erscheinen. Woher wissen Sie, welche Bemühungen sich lohnen? Und wie messen Sie überhaupt Erfolge?

Sechs Schritte zum Messen der Interaktion mit Studierenden

Messungen sind unverzichtbar, um in Erfahrung zu bringen, wie gut Ihre Einrichtung für die digitale Interaktion mit Studierenden aufgestellt ist. Nur so können Sie herausfinden, was funktioniert und was nicht. Um sicherzustellen, dass Ihre Messungen Ihnen die gewünschten Informationen liefern, finden Sie hier sechs essentielle Schritte zur Förderung der Online-Interaktion mit Studierenden.

Schritt 1. Übersicht über den Nutzerverlauf von Studierenden und Erstellung von Inhalten

Beginnen Sie die Arbeit am Interaktionsangebot Ihrer Hochschule, indem Sie einen genaueren Blick auf den gesamten Nutzerverlauf Ihrer Studierenden von der Bewerbung bis zum Abschluss werfen. Arbeiten Sie dazu mit Studierenden, Ehemaligen und Dozenten zusammen, um einen realistischen Einblick in die Nutzung über alle Phasen des Studiums zu erhalten. Beziehen Sie dabei mindestens die vier Hauptphasen ein: (1) Recherche, (2) Beurteilung, (3) Bewerbung und (4) Zulassung, Immatrikulation und aktives Studium

Indem Sie die digitalen Nutzerverläufe von aktuellen und zukünftigen Studierenden erfassen, bekommen Sie einen Überblick über die verschiedenen Wege, die sie beim Erkunden der digitalen Angebote Ihrer Einrichtung nehmen. Außerdem bekommen Sie einen Eindruck von den unterschiedlichen Phasen des Studiums und erfahren, wie Studierende während ihnen mit Ihrer Hochschule interagieren.

Nachdem Sie die einzelnen Phasen definiert haben, können Sie relevante Inhalte für jede von ihnen erstellen, um Studierenden in Schlüsselmomenten ihres Studiums Unterstützung zu bieten. So kann Ihre Universität auf Bedürfnisse und Schwierigkeiten von Studierenden eingehen und die Interaktion vertiefen. Nun sind Sie bereit für den nächsten Schritt.

Schritt 2. Erstellung eines Messplans

Welche Arten von digitaler Interaktion Sie erfassen sollten, hängt von den Zielen Ihrer Einrichtung ab – und davon, in welcher Phase sich die Studierenden befinden. Unabhängig davon, welche Metrics Sie erfassen, müssen Sie einen Messplan erstellen, um zu erkennen, ob Ihre Bemühungen zu den gewünschten Ergebnissen führen.

In einem Messplan legen Sie fest, welche Metrics Sie erfassen möchten, welche Plattformen zu welchen Zeitpunkten genutzt werden und wie Erfolge für die einzelnen Metrics aussehen. Im Verlauf Ihrer Arbeit müssen Sie außerdem Vergleichswerte bestimmen, um Ihr Interaktionsangebot kontinuierlich verbessern zu können. Ein weiterer Vorteil des Messplans besteht darin, dass Ihr Team einen Eindruck davon erhält, was Erfolge ausmacht. So stellen Sie sicher, dass alle auf dieselben Ziele und Standards hinarbeiten.

Schritt 3. Fokus auf die wichtigsten Plattformen

Universitäten können über zahlreiche Kanäle mit Studierenden interagieren, darunter E-Mail, Chatbots, Textnachrichten und mobile Apps. Konzentrieren Sie Ihre Arbeit zu Beginn auf zwei Schlüsselkanäle: Ihre Website und Social-Media-Plattformen.

  • Website: Das Design und die Benutzeroberfläche Ihrer Website tragen einen entscheidenden Teil dazu bei, wie Studierende Ihre Einrichtung wahrnehmen. Laut einer Studie ist die Website einer Hochschule sogar „das ultimative Marken-Statement“ und eine wichtige Komponente des Nutzererlebnisses von Studierenden, die potenziell großen Einfluss auf die Bewerbungsentscheidung hat.

Beurteilen Sie Ihre Website also aus der Perspektive von Studierenden, um herauszufinden, ob sie sich als Interaktions-Tool eignet. Stellen Sie sich folgende Fragen: Ist diese Website informativ, attraktiv und einfach zu nutzen?

  • Social Media: Social Media haben einen enormen Einfluss auf die Wahrnehmung von Studierenden. Hochschulen machen heute verstärkt Gebrauch von Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube und Instagram, um ihr Studienangebot zu bewerben und mit Studierenden zu kommunizieren. Für potenzielle Studierende ist es von entscheidender Bedeutung, wie Ihre Universität auf ihre Fragen oder Kommentare reagiert. Nutzen Sie diese Gelegenheit!

Schritt 4. Daten sind der Schlüssel

Mithilfe der Daten, die von Ihren digitalen Plattformen generiert werden, können Sie herausfinden, was funktioniert, was nicht funktioniert und welche Aspekte verbessert werden müssen. Der Zugriff auf Daten zur Interaktion mit Studierenden hilft Ihnen zum Beispiel dabei, Studierenden durch automatisierte Chatbots relevante Informationen (etwa einen Link zu einem bestimmten Studiengang) genau dann zu geben, wenn sie sie brauchen. Und für die Arbeit in einer derart komplexen Datenumgebung können Sie bestimmte Typen von Studierenden definieren und verwenden, um Interaktionsstrategien auszuarbeiten.

Nehmen wir an, Ihre Universität möchte die Anzahl von Abbrechern im ersten Jahr reduzieren. Sammeln Sie zu diesem Zweck Studierendendaten wie Noten und Anwesenheitslisten aus Ihrem Lernmanagement-System. Kombinieren Sie sie dann mit demografischen Daten Ihrer Studierenden, um ein Abbrecherprofil zu erstellen, und bringen Sie in Erfahrung, in welchen Phasen des Studiums es zu den meisten Abbrüchen kommt.

So können Sie Studierende, die dem Profil entsprechen, an den riskantesten Momenten ihres Studiums gezielt ansprechen. Um sie dazu zu bewegen, ihren Abschluss weiter zu verfolgen, könnten Sie ihnen zum Beispiel Informationen zu Lernbetreuungsangeboten, finanziellen Hilfen oder Angeboten für Unterstützung durch Kommilitonen zukommen lassen.

Denken Sie dabei immer daran, dass nur präzise Daten nützlich sind. Stellen Sie also sicher, dass Sie ausschließlich bereinigte, geprüfte Daten verwenden. Nun können Sie damit beginnen, Ihre Erfolge bei der Interaktionsförderung exakt zu messen.

Schritt 5. Messung aller Daten und Erkennung von Mustern

Viele Hochschulen konzentrieren sich beim Messen der Interaktion ausschließlich auf Bewerbungen. Es gibt jedoch andere Daten, die für Ihre Einrichtung von großer Bedeutung sind, zum Beispiel:

  • Bindungs- und Abschlussraten
  • Zeit bis zum Abschluss von Studiengängen
  • Akademische Leistung
  • Registrierungen für Informationsveranstaltungen oder Campus-Besichtigungen
  • Anfragen von Studierenden an Mitarbeiter und Dozenten der Universität
  • Spenden von Ehemaligen

Schöpfen Sie also das volle Potenzial Ihrer digitalen Analysesysteme aus, um weitere Muster bei der Interaktion mit Studierenden zu erkennen. Wissen Sie, wie viel Zeit Studierende für bestimmte Aktionen auf Ihren digitalen Plattformen benötigen? Sprechen bestimmte Seiten oder Marketingmaterialien Studierende mehr an als andere? Gibt es bestimmte Lücken oder Hürden bei der Interaktion? Indem Sie solche Fragen beantworten, können Sie neue Vergleichswerte aufstellen und mit der Optimierung beginnen.

Schritt 6. Optimierung des digitalen Nutzererlebnisses für Studierende

Nachdem Sie alle erforderlichen Daten zu Ihrer digitalen Interaktion mit Studierenden erhoben haben, können Sie sie zur Optimierung Ihres digitalen Auftritts nutzen: Aktualisieren Sie die Inhalte und Funktionen Ihrer Website, um gezielte, relevante Informationen und Ressourcen für Anforderungen von Studierenden bereitzustellen, die Sie durch Auswertung Ihrer Daten ermittelt haben. Vergessen Sie nicht, ausdrückliche, direkte Interaktionsmöglichkeiten zu bieten – zum Beispiel „Jetzt bewerben“-Schaltflächen.

Allgemein sollten Ihre digitalen Ressourcen:

  • Eine vielfältige Reihe von Besuchern ansprechen
  • Intuitiv und nicht überladen sein
  • Einfach aufgebaut sein und eine einfache Navigation ermöglichen
  • Relevante Inhalte und Interaktionsmöglichkeiten bieten

Anhand eines digitalen Analyse-Tools können Sie herausfinden, welche Inhalte und Funktionen Studierende auf Ihrer Website tatsächlich suchen, anzeigen und nutzen. So könnten Sie beispielsweise erfahren, dass eine Kontakt-Schaltfläche die Interaktion besser anregt als eine Liste mit E-Mail-Adressen.

Zusammenfassung zur Interaktion mit Studierenden

Strategien für die Interaktion mit Studierenden befinden sich im Wandel. Während für Hochschulen herkömmliche Interaktionsformen immer noch zu den effektivsten und beliebtesten Methoden zählen, nutzen Studierende zunehmend die digitalen Interaktionsangebote von Einrichtungen. Und wenn Sie die Ergebnisse Ihrer Interaktionsbemühungen nicht messen, lassen Sie sich Einblicke entgehen, die Ihnen bei der Verbesserung der Nutzererfahrung von Studierenden helfen können. So wiederum verpassen Sie auf lange Sicht Chancen zur Förderung Ihrer Bekanntheit und Ihres Rufs.
Für Hochschulen geht es bei der digitalen Transformation darum, Daten zu nutzen, um Einblicke in die Abläufe von Studierenden und ihre Anforderungen zu erhalten. Um langfristige Verbesserungen sicherzustellen, sollten Sie Daten zur Interaktion mit Studierenden regelmäßig erfassen und in Ihrem Analysesystem anhand von Vergleichswerten beurteilen. Um zu erfahren, wie Sie im Vergleich zu