Einer der größten Fehler, den Unternehmen beim digitalen Marketing machen, ist die isolierte Betrachtung ihrer einzelnen Aktivitäten. Sie führt dazu, dass unterschiedliche Kampagnen, Kanäle und Strategien als isolierte Einheiten behandelt werden, nicht als Gesamtheit. Dies hat negative Auswirkungen auf ein einheitliches Bild Ihrer Marke, macht es Verbrauchern schwerer, Sie zu online finden, und kann auf lange Sicht sogar mehr Arbeit für Ihre Organisation bedeuten.

In Bezug auf Ihre SEO- und Pay-per-Click-(PPC-)Kampagnen kann es dazu führen, dass Sie im Rahmen der Anzeigenausgaben und Inhaltsproduktion Zeit und Geld verschwenden.

Wie können Sie es also besser machen? Die Antwort lautet: Indem Sie Ihre SEO- und Paid-Search-Strategien zusammenarbeiten lassen.

SEO und Paid Search

Sowohl SEO als auch Paid Search bieten Ihnen die Möglichkeit, das Markenbewusstsein zu stärken und mehr Traffic für Ihre Seite zu generieren. Die wichtigsten Unterschiede sind Folgende:

  • Wenn jemand ihre organischen Inhalte anklickt, müssen Sie nichts bezahlen; bei PPC-Inhalten dagegen kostet jeder Klick – was sehr teuer werden kann.
  • PPC-Anzeigen stehen oben auf der Suchergebnisseite; SEO-Inhalte können in Rich Snippets oder in den normalen Suchergebnissen angezeigt werden.

Das folgende Bild zeigt zwei Anzeigen (rot markiert). Die beiden unteren Ergebnisse (in grün markiert) sind SEO-Inhalte von maßgeblichen Websites.

 

Paid Search

Von den 3,5 Millionen täglichen Suchanfragen auf Google führen fast die Hälfte (48,6 %) zu Seiten mit PPC-Anzeigen am oberen Rand. Viele Unternehmen sehen, dass Paid-Search-Kampagnen sie schnell auf die erste Position für die Keywords ihrer Wahl bringen und nehmen automatisch an, dies sei die sinnvollere Strategie.

Es gibt jedoch andere Aspekte, die beachtet werden müssen: Forschungen zeigen, dass 94 % aller Suchenden die Paid-Search-Anzeigen oben einfach überspringen und sich direkt die organischen Ergebnisse darunter ansehen. Was Sie also an Markensichtbarkeit und Targeting-Möglichkeiten gewinnen, büßen Sie möglicherweise an Gesamt-Traffic ein – kein unwesentlicher Verlust.

SEO

SEO auf der anderen Seite ist nicht mit Kosten verbunden, wenn Benutzer Ihren Link anklicken; das bedeutet aber nicht, dass es an sich kostenlos ist. Der Einsatz Ihrer Inhalte als hervorgehobenes Snippet oder ein Platz auf der ersten Seite der Suchergebnisse erfordern eine starke technische SEO-Grundlage, eine hohe Seiten- und Domain-Autorität sowie Investitionen in die Recherche und Erstellung von Inhalten. Besonders bei kleineren oder jüngeren Unternehmen ist es unwahrscheinlich, dass sich sofort Ergebnisse einstellen. Außerdem besteht bei sehr beliebten Keywords mit vielen Mitbewerbern ein hohes Risiko, hinter der Konkurrenz zurückzubleiben, wenn Sie ausschließlich auf organische Suchergebnisse setzen.

Um die größtmögliche Sichtbarkeit und den meisten Traffic für Ihre Website zu erzielen, ist es sinnvoll, sowohl in PPC als auch in SEO zu investieren und sicherzustellen, dass beide Strategien ineinandergreifen. Als Nächstes erfahren Sie, wie Ihnen dies gelingt.

So integrieren Sie Ihre Strategien für SEO und Paid Search

Nehmen wir als Beispiel Eastbay, einen Einzelhändler für Sportbekleidung. Wenn Sie in den USA die Suchanfrage „Buy Basketball Shoes“ (Basketballschuhe kaufen) stellen, erscheint das Unternehmen sowohl als erstes Paid-Search-Ergebnis als auch als zweites (und drittes) organisches Suchergebnis.

 

Indem das Unternehmen Paid-Search- und SEO-Strategien kombiniert, anstatt nur auf eine von beiden zu setzen, kann Eastbay seine Sichtbarkeit für ein ausgesprochen wichtiges Keyword steigern. Außerdem sorgt es für mehr Traffic, da die meisten Benutzer, die die PPC-Anzeigen oben auf der Seite überspringen, am Ende auf einen der organischen Eastbay-Links klicken. Im Folgenden stellen wir Ihnen vier Möglichkeiten vor, Ihre SEO- und PPC-Strategien aneinander auszurichten und Ihren Such-Traffic sowie Ihre Conversions zu steigern.

1. Gestalten Sie Ihren Marketing-Funnel auf Basis der Suchanfrage

Bevor Sie entscheiden können, welche Keywords sich besonders gut für PPC eignen und welche eher für SEO, sollten Sie sich etwas Zeit nehmen, um die Arten von Suchanfragen (und die Absichten hinter ihnen) in Erfahrung zu bringen, die Benutzer in den einzelnen Phasen des Funnels vermutlich stellen werden.

Versuchen Sie Folgendes: Sehen Sie sich Ihren Marketing-Funnel an und stellen Sie Suchabsichten und Keyword-Ideen heraus. Welche Arten von Suchanfragen würden Ihre idealen Kunden in jeder Phase nutzen? Für eine Buchhaltungsfirma könnten die Notizen zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

Funnel-Phase Suchabsichten idealer Kunden
Oberer Funnel
  • Erfahren, was eine Buchhaltungsfirma für mich tun kann
  • Buchhaltungsgesetze recherchieren
  • Herausfinden, was ein Steuerberater tut
  • Herausfinden, was ein Buchhalter tut
Mittlerer Funnel
  • Vorteile der Beauftragung einer externen Buchhaltungsfirma gegenüber der Einstellung eines dafür zuständigen Mitarbeiters recherchieren
  • Kosten eines Buchhalters bzw. einer Firma recherchieren
Unterer Funnel
  • Lokale Buchhaltungsfirmen finden, die auf meine Art von Unternehmen spezialisiert sind
  • Kundenrezensionen verschiedener Firmen lesen
  • Eine Buchhaltungsfirma für mein Unternehmen engagieren

2. Wählen Sie die geeigneten Keywords und Phrasen aus

Sammeln Sie als Nächstes Keyword-Ideen für jeden Abschnitt des Funnels. Hier sind ein paar Anregungen (wir bleiben beim oben genannten Beispiel):

Funnel-Phase Keyword-Ideen
Oberer Funnel
  • Was tun Buchhaltungsfirmen
  • Steuerberater vs. Buchhalter
  • Aufgaben eines Buchhalters 
Mittlerer Funnel
  • Soll ich eine Buchhaltungsfirma engagieren
  • Soll ich einen Mitarbeiter für die Buchhaltung einstellen
  • Wie viel kostet ein Buchhalter
  • Gebühr für einen Geschäftsbuchhalter
Unterer Funnel
  • Buchhaltungsfirmen in meiner Nähe
  • Rezensionen von Buchhaltungsfirma X
  • Beste Buchhaltungsfirmen für technische Startups

Nutzen Sie ein Suchmaschinen-Marketing-Tool. Sie können zwar mithilfe von Google ein paar Keywords sammeln, aber am erfolgversprechendsten sind Suchmaschinen-Marketing-Tools wie Siteimprove Keyword Discovery, die Ihnen die wichtigsten Keyword-Daten wie Suchvolumen, Konkurrenz und geschätzte Kosten pro Klick sofort anzeigen können. Dies hilft Ihnen nicht nur bei der Budgetplanung für Ihre kostenpflichtigen Anzeigen, sondern ermöglicht es Ihnen auch, Suchanfragen zu finden, auf die Sie von selbst vielleicht nicht gekommen wären

Bei der Auswahl Ihrer finalen Ziel-Keywords sollten Sie einige Dinge berücksichtigen:

 

Zielen Sie auf den richtigen Traffic ab, nicht auf den höchsten. Je mehr Klicks Sie über Ihre PPC-Anzeige erhalten, desto mehr müssen Sie bezahlen – darum ist es sinnvoll, Ihre Kampagne nur auf diejenigen Benutzer auszurichten, die kaufbereit sind. Eine einfache Möglichkeit, die optimale Zielgruppe ausfindig zu machen, besteht darin, Ihre Ziel-Keyphrase zu googeln und die Ergebnisse zu analysieren. Haben die organischen Ergebnisse eine Verbindung zu Ihrem Unternehmen und Ihrem Bereich? Falls nicht, sollten Sie es mit neuen Formulierungen versuchen, um Keyphrases zu finden, die der Sprache Ihrer Zielgruppe besser entsprechen.

Schließen Sie Long-Tail-Variationen mit ein. Indem Sie Long-Tail-Keywords auswählen, beschränken Sie Ihre Zielgruppe auf die Benutzer, die Ihren Zielvorgaben am genauesten entsprechen. Optimale Long-Tail-Keywords für PPC-Kampagnen beinhalten häufig Wörter wie „kaufen“, „günstig“, „bestellen“ und „beste“.

Wählen Sie lokale Keywords aus. Die Verwendung lokaler Keywords für Ihre PPC-Kampagne kann kleinen Unternehmen zu einer erheblichen höheren Sichtbarkeit verhelfen – besonders dann, wenn sie bereits eine aktive „Google My Business“-Seite haben.

Kombinieren Sie SEO mit PPC, um einen beständigen Ruf aufzubauen. Mithilfe von PPC können Sie schnell Conversions erzielen, aber Benutzer vertrauen organischen Inhalten mehr als kostenpflichtigen Anzeigen. Fall Sie jemals ein Public-Relations-Problem haben sollten, können Ihre sorgfältig aufgebauten organischen Inhalte Ihnen dabei helfen, Ihren guten Ruf aufrechtzuerhalten.

3. Nutzen Sie vorhandene Daten

Wenn Sie zuvor bereits PPC- und SEO-Kampagnen durchgeführt haben, können Sie die erhobenen Daten für die Entwicklung Ihrer zukünftigen Strategie nutzen. Wenn Sie zum Beispiel eine Keyphrase haben, die gute Ergebnisse in einer PPC-Kampagne erzielt hat, könnten Sie dieselbe Phrase für SEO verwenden und herausfinden, ob sie für organische Suchergebnisse ebenso gut geeignet ist.

Besonders nützlich ist dies für den Aufbau von Markenbewusstsein und Vertrauen, da Benutzer Ihre Marke in den Suchergebnissen zweimal sehen werden. Selbst wenn sie keine Anzeigen anklicken, kann die bloße Präsenz Ihres Markennamens oben auf der Suchergebnisseite dazu führen, dass sie Ihr Unternehmen im Gedächtnis behalten.

4. Realisieren Sie die Möglichkeiten von PPC-Remarketing

Remarketing ist eine der besten Methoden, um PPC zur Verstärkung Ihrer SEO-Strategie zu nutzen. Dabei verwenden Sie Paid Search zur erneuten Interaktion mit Personen, die bereits im Rahmen der organischen Suche Interesse an Ihren Produkten oder Diensten gezeigt haben. Diese Leads sind bereits weiter auf ihrer Customer Journey als allgemeine Suchende. Kurz gesagt: Sie sind wahrscheinlich die bessere Investition.

Dieser anfängliche Kontaktpunkt ist einer der Schlüsselaspekte aller Suchstrategien. Wenn Sie ihn jedoch erreicht haben, müssen Sie im Hinblick auf die zukünftige Interaktion noch strategischer vorgehen. Indem Sie Ihre SEO mithilfe von PPC-Remarketing verstärken, sichern Sie Ihre Positionierung ab und bleiben Benutzern im Gedächtnis, wenn es am wichtigsten ist. Außerdem erhalten Sie die Gelegenheit, stärker personalisierte und zielgerichtetere Paid-Search-Anzeigen zu schalten.

Die Vorteile auf einen Blick: Wenn Sie Ihre SEO- und Paid-Search-Strategien aneinander ausrichten, anstatt sie voneinander isoliert umzusetzen, erzielen Sie bessere Ergebnisse für weniger Geld und erhalten aussagekräftige Daten, die Sie für Ihr zukünftiges Marketing nutzen können.